Heute Nacht habe ich eine Party der besonderen Art besucht.
Bei den dekadenten schwarzen Nächten in Koblenz handelt es sich um eine Gothic-Erotik-Party, zu der eine begrenzte Anzahl von Gästen nach vorheriger Anmeldung Zugang hat.
Für den Eintrittspreis von 10 Euro für Frauen und 30 Euro für Männer erwartet einen eine kleine, aber feine Location im Kellergeschoss eines etwas älteren Gebäudes. Dort befinden sich drei „Areas“ in denen man sich aufhalten kann: die Tanzfläche, die Connectionarea und der normale Sitzbereich.
Auf der Tanzfläche kann man zu Gothicrock, -metal und EBM das Tanzbein schwingen. Ob bekleidet oder nackt, spielt dabei keine Rolle. In der normalen Zone befinden sich Sitzgelegenheiten sowie ein reichhaltiges Buffet. Hier werden warme und kalte Speisen angeboten.
Am interessantesten ist jedoch die Connectionarea. Wie der Name bereits sagt, kann hier Kontakt zum gleichen oder anderen Geschlecht aufgenommen werden, welcher zu sexuellen Handlungen führen soll. Dies ist ausschließlich hier erlaubt. Festgelegt wird das in einem Schreiben, welches man beim Eintritt vorgelegt bekommt und zu unterschreiben hat. Ein Verstoß gegen diese Hausordnung führt zum Ausschluss von der Party.
Zugelassen werden ca. 50 Personen, da die Räumlichkeiten doch recht klein sind. Dies hat auch den Vorteil, dass man sich nicht allzusehr fremd vorkommt.
Was bei mir jedoch nicht geholfen hat.
Unser Eintritt fand gegen 22:30 Uhr statt. Nach der Erledigung der Formalitäten ging es hinab in den Keller und ab auf die Couch. Nach einem Drink und ein paar sehr guten Liedern fanden wir uns auf der Tanzfläche wieder. Auch dort hielten wir es eine zeitlang aus, bevor wir uns total verschwitzt wieder auf unsere Couch begaben. Mit dem nachlassen des Adrenalins kroch auf einmal die Panik in mir hoch. Zuerst wusste ich nicht woher sie kam. Ich verkrampfte mich zusehends und wurde immer steifer. Auch Massageeinheiten konnten das nicht verbessern. Ich saß da wie eine Maus vor ihrem Loch, auf deren anderer Seite die Katze lauert.
Nach einiger Zeit (so ca. 2 Stunden) wurden mir die Gründe für mein Verhalten bewusst. Zum einen befand sich jemand im Raum, den ich zwar sehr mag, den ich jedoch nicht bei sexuellen Aktivitäten dabei haben möchte. Zum anderen war die hohe Anzahl von Menschen um mich herum eine Sache, mit der ich noch nie klar gekommen bin. Auch dauerndes Training mit immer wieder neuen Sprüngen in Menschenmassen hat bisher nicht geholfen.
Des weiteren habe ich mich selbst dermaßen unter Druck gesetzt, etwas tun zu müssen, was ich dachte, was von mir erwartet würde und was ein Großteil der anwesenden Personen ebenfalls tat: Sex zu haben.
Obwohl das nicht von mir erwartet wurde. Bis ich mir dies meinem Körper und meinem Kopf bewusst machen konnte, dauert es jedoch nochmals eine halbe Stunde.
Ein Wasser und zwei Hühnernudelsuppen später traten wir auf meine Bitte den Heimweg an. Obwohl es mir viel besser ging als zuvor an diesem Abend, war mir klar, das sexuell einfach gar nichts mehr lief. Die Musik wurde auch immer schlechter und so bot sich die Heimreise förmlich an.
Infos zu den dekadenten schwarzen Nächten findet ihr auch unter http://www.dekadente-schwarze-naechte.de/
Teil 2 meiner DSN-Nacht wird in einige Tagen erfolgen, wenn die Ereignisse nicht mehr so frisch sind und vielleicht schon verarbeitet wurden.
2 Kommentare
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Hey, das hört sich interessant an! Bin gespannt auf Teil 2!
allein bei dem gedanken bekomme ich ein anflug von panik … . was nur bedeutet das ich sehnsüchtig auf den zweiten teil warte :S